Über Angst reden

Ein Raum für jüdisches Unbehagen in Deutschland

(Veranstaltung für jüdische FLINT; Online-Veranstaltung)

25. September 2020
18 Uhr

Anmeldung unter: ueberangstreden [at] gmail.com

Die Frage „Wie geht es uns eigentlich in diesem Land?“ war schon vor Halle für viele Jüd:innen ein komplexes Thema. Aber eines, dass kaum verbalisiert werden kann, ohne den Beigeschmack von „Hab Dich doch nicht so“. Jüd:innen erleben häufig, dass öffentlich geäußerte Gefühle der Bedrohung, des Ungewolltseins, der ständigen Reibung mit Reaktionen quittiert werden, die diese entweder relativieren oder als Gespenster der Vergangenheit/Einbildung delegetimieren.

Nach Halle hat zumindest ein Teil der deutschen Bevölkerung kurz verstanden, warum Jüd:innen die Luft anhalten, doch auch hier mangelte es an einem tieferen Verständnis jüdischer Lebensrealitäten in Deutschland. Für viele Jüd:innen war Halle ein Einschnitt, für etliche war es jedoch nur eine Eskalation dessen, was schon vorher das Atmen manchmal schwer gemacht hat.

Mit Corona erleben antisemitische Verschwörungstheorien wieder ein neues Hoch. Bürgerliche und EsoterikerInnen marschieren neben Nazis. Rechte versuchen den Reichstag zu stürmen.

„Über Angst reden“ soll ein Raum für Jüd:innen (FLINT) sein, sich ohne Verurteilung und Rechtfertigung über die eigen Ängste in diesem Land auszutauschen. Ohne Bewertung wie rational oder irrational diese angeblich sind. Ohne das Gefühl haben zu müssen, wir seien die ewig gestrigen, die nicht über die Vergangenheit dieses Landes hinweg kommen. Ein Raum, in dem wir aussprechen können, was uns besorgt, ängstigt, nachts nicht schlafen lässt. Worüber wir nachdenken, was uns beschäftigt, worum unsere Gedanken kreisen. Wie wir uns fühlen, was uns beklemmt, was uns umtreibt und erschreckt.

Dies ist kein psychologisches Angebot. „Über Angst reden“ soll ein Raum sein, in dem Jüd:innen unter sich frei über Ängste, Sorgen und Gedanken bezüglich ihres Lebens in Deutschland sprechen können. 
Der Gesprächsraum ist ein Experiment aus meinem eigenen Bedürfnis heraus ohne Hemmungen und Bewertungen mit anderen Jüd:innen in den Austausch über jüdisches Erleben und jüdische Gedanken, jüdische Ängste und jüdische Gefühle im Deutschland der Gegenwart treten zu können.

Der Gesprächsraum ist offen für Frauen, Lesben, inter* Personen, nicht-binäre Personen und trans* Personen (FLINT) und wird vermutlich auf deutscher Lautsprache stattfinden.

Online-Plattform: jitsi (Teilnahme per Webbrowser möglich, keine Installation notwendig)

Facebook: https://bit.ly/2DjRvxC


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